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Quelle: Johann Gottfried Gregorii
genannt „Melissantes“ (1685 - 1770)
Geographia Specialis
Siegelbach bei Arnstadt, den 25. April 1729



Das XXII. Capitel.

Von dem Ober-Sächs. Cräyse.

§. I.

Was muß man nun von diesem Cräyse mercken ?

Der Ober-Sächsische Cräyß, ist einer von den schönsten und mächtigsten Cräysen in Teutschland. Die ausschreibende Fürsten sind der Chur-Fürst zu Sachsen, und nachgeordnete, der Chur-Fürst zu Brandenburg. Eigentlich werden zu diesem Cräyse folgende Länder gezehlet. Als:
I. Ober-Sachsen / Saxonia Superior.
II. Das Marggrafthum Meissen.
III. Das Voigtland lat. VARISCIA.
IV. Die Landgrafschafft Thüringen.
V. Das Fürstenthum Querfurt.
VI. Die Grafschafft Mannsfeld.
VII. Die Marggrafthümer Ober- und Nieder-Lausitz.
VIII. Die Marck-Brandenburg.
IX. Das gantze Herzogthum Pommern.

I. Von Ober-Sachsen.

§. II.

Was ist von Ober-Sachsen zu mercken ?

(1.) Das Fürstenthum Anhalt.
(2.) Der Chur-Creyß-Sachsen.
(3.) Die Abtey Quedlinburg.
(4.) Das Burggrafthum Magdeburg.
(5.) Die Grafschafft Mansfeld.

II. Anhalt.

§. III.

Was sind in dem Fürstenthum Anhalt vor notable Plätze ?

Bevor wir die Städte perlustriren, müssen wir vorher solches Fürstenthum überhaupt ansehen. Das Fürstenthum Anhalt, lat. Principatus Anhaltinus, gräntzet gegen Morgen an das Churfürstenthum Sachsen, gegen Abend an das Fürstenthum Halberstadt und Stifft Quedlinburg; Gegen Mittag an das Stifft Merseburg und Grafschafft Mannsfeld; Und gegen Mitternacht an das Hertzogthum Magdeburg. Solches wird von elff Flüssen durchflossen, welche sind:
1. Die Elbe. 2. Die Mulde. 3. Die Saal. 4. Die Wipper. 5. Die Selcke. 6. Die Bude. 7. Die Fühne. 8. Die Zittau. 9. Die Nuthe. 10. Die Roßlau. 11. Der Dolnsbach.
Dieses ist anjetzo unter vier Haupt-Linien getheilet, nemlich in die Fürstl. 1. Zerbstische, 2. Dessauische, 3. Bärnburgische und 4. Röthenische, deren die Zerbstische der Lutherischen, die drey andern der Reformirten Religion zugethan sind.

§. IV.

Was gehöret der Zerbstischen Linien ?

1. Zerbst, lat. Servestra, eine ansehnliche Stadt am Flusse Nuthe, mit einem Fürstlichen Residentz-Schlosse, das gegen Sud-West wärts der Stadt gelegen ist, der grosse Haupt-Saal gehet zugleich durch die dritte und vierdte Estage und ist 30. Ellen hoch. Die Haupt-Stadt ist zu S. Bartholomaei. In dieser Stadt ist noch eine Rolands-Säule und eine Statue worauf eine Meßingene Jungfer stehet, zu sehen. Das Gymnasium Illustre ist in gutem Stande. Anno 1506. den 30. Aprilis fiel durch eine schnelle Feuers-Brunst Abends der dritte Theil der Stadt in die Asche. Die Stadt hat Lutherische und Reformirte Einwohner untermenget. Das Sommer-Bier, so hier gebrauet wird, ist berühmt, und wird an andere Oerter abgeführet. Hier residiret Fürst Johannes Augustus, geb. 29. Julii 1677. Anno 1708. haben Käyserliche Majestät Josephus, glorwürdigsten Andenckens, Ihro Fürstliche Durchl. Carolo Wilhelmo Fürsten zu Anhalt Zerbst, wie auch dero Nachfolgern in der Regierung den Titul Durchlauchtig beygeleget, welcher sonst allein dem Herrn Seniori des Hochfürstlichen Hauses Anhalt von dem Kayserlichen Hofe gegeben worden.
2. Ankun, ein Städtgen an Zerbst, wird zwar in denen Käyserlichen Lehn-Briefen eine Vorstadt genennet, hat aber gleich andern Städten Bürgermeister und Rathsherrn. Anno 1707. den 25. Septembris, brannten hier 21. Wohnhäuser ab, unter währender Predigt in der Stadt.
3. Coßvvick, eine Stadt und Ammt mit einem Fürstl. Schlosse liegt in einer erhobenen anmuthigen Gegend, sowohl wegen der unten vorbey fliessenden Elbe, als Gebüsches gegen dem wörlitzer Winchel, Anno 1631. den 22. Augusti hat Gustavus Adolphus König in Schweden mit seiner Armee hier Quartier genommen, und biß den 28. hujus auf dem Schlosse logirt.
4. Lindovv, lat. Lindavia, ein Städtgen und Ammt, dabey die wüste Burg Lindau lieget, welche vordessen der Haupt-Ort einer Grafschafft gewesen. Anno 1689. den 16. Augusti ist dieses Städtlein durch das Wetter verunglücket, daß die Pfarr- und viel andere Häuser in die Asche gefallen, dergleichen Brand-Schaden es auch Anno 1701. den 24. Octobr. zum andern mal erlitten.
5. Roßlau, lat. Roslavia, ein Städtgen, Schloß und Ammt an Flusse Roslau, welcher hier in die Elbe fliesset.
6. Fridriquen-Berg ein Fürstl. Lust-Schloß bey dem Dorffe Badetz, ist Anno 1704. erbauet worden.
7. Walter-Nienburg, ein Ammt, Dorff und Schloß.
8. Dornburg ein Schloß und Dorff unfern der Elbe, welches ein Residentz eines appanagirten Fürstens gewesen. An der Elbe sind noch wenige Rudera von der alten Dornburg zu sehen, welche aus lauter Bruch-Steinen bestehen, aber von der Gewalt der Elbe immer mehr verringert werden.
9. Mühlingen, ein Dorff und Ammt, ist der Haupt-Ort der Grafschafft Mühlingen in Hertzogthum Magdeburg gegen Barby gelegen, welche nach Absterben des letztern Grafen von Barby Augusti Ludovici Anno 1659. den 17. Octobr. dem Fürstl. Hause als ihrem alten Lehn-Herrn wieder anheim gefallen, hernach aber dem Hochfürstl. Zerbstischen Antheil durch einen Vergleich zu Theile worden. Anno 1632. wurde das Schloß und Dorff von denen Käyserlichen verwüstet.
10. Jevern, eine Herrschafft in der Graffschafft Oldenburg wird an ihrem Orte beschrieben.

§. V.

Was besitzet die Hochfürstl. Anhalt-Dessauische Linie vor Oerter und Aemter ?

1. Dessau, lat. Dessavium, eine geräumliche Stadt an der Mulda, welche bald hernach in die Elbe fliesset. Sie bestehet aus dreyen Städten, nemlich der absonderlich so genannten Stadt Dessau, der Neustadt Nordenwärts, der Sand-Vorstadt, noch einer Vorstadt vor dem Mild-Thor und der so genannten neu-angelegten Wasser-Stadt, jenseits der Mulda. Das Fürstliche Schloß bestehet aus den alten und neuen, welche durch zwey Altäne an einander gehänget sind. Hier residiret vorjetzo Fürst Leopoldus zu Anhalt-Dessau, gebohren den 3. Julii anno 1676. ist reformirter Religion Im Jahr 1467. den 19. Aug. ist die Stadt und das gantz alte Schloß gäntzlich abgebrandt, daß nichts mehr denn die Kirche und eine Thor-Bude stehen blieben. In diesem Brande giengen auch fast alle Briefe des Fürstlichen Hauses Anhalt mit dem Archive verlohren. Anno 1690. wurde allhier eine neue Evangelisch-Lutherische Kirche gebauet, und darzu am 11. Augusti der Grundstein geleget. Die Mulda hat ein süsses Wasser, daher auch der Lachs-Fang bey dieser Stadt sehr gut ist. Die Glashüte ist auch sehenswürdig.
2. Törten, ist ein Dorff, wobey der grosse Thier-Garten unweit Dessau ist, in welchem eine grosse Anzahl von Wilde, wie auch Püffel-Ochsen und andere frembde Thiere zu finden sind.
3. Oranien-Baum, ein schönes Lust-Schloß, mit einem wohl angelegten Garten, lieget an den Chur-Sächsischen Gräntzen. Dieses ist im Jahr 1683. den 8. Junii angeleget und 1698. fertig worden. Das Dorff hat binnen der Zeit dermassen zugenommen, daß es nunmehro ein Städtgen ist.
4. Wörlitz, lat. Wörlitzia, ein Amt und Jagd-Hauß, liegt nicht weit von der Elbe. Das Städtgen ist gering.
5. Radegast, ein Schloß welches wegen der Historie notable, denn Fürst Georgius Aribertus, von dieser Linie hat sich eine von Adel Johannam Elisabetham von Crosig vermählen lassen, mit welcher er die Herrn von Radegast gezeuget. Ihr Appenagium, ist Wörlitz gewesen. Nachdem sie aber hernach die Fürstliche Würde und zugleich eine grössere Landes-Por ion praetendireten, so wurde auch dieses eingezogen.
6. Schandersleben, lat. Schanderslebia, ein Flecken, Schloß und Ammt, liegt etwas zur lincken Hand, und ist ein Dessauischer Wittben-Sitz.
7. Ragun, eine Stadt in einer angenehmen Gegend am Flusse Mulda, heisset auf Wendisch ein Lust-Garten.
8. Jeßnitz, ein Städtgen zur lincken Hand der Mulda ohne Mauren und Kirch-Thurn.
9. Freckleben, ein Flecken und Amt-Hauß bey Schandersleben.
10. Grossen-Alsleben ein Flecken und Amt an denen Halberstädtischen Gräntzen. Es hat vor dessen zu denen Senoriat-Güthern gehöret.

§. VI.

Was gehöret der Fürstl. Linie zu Köthen ?

1. Köthen, lat. Cotha, oder Cothena, eine Stadt, so aus der Alt- und Neu-Stadt bestehet am Flusse Zitta gelegen. Das Fürstl. Residentz-Schloß ist ansehnlich aufgeführet und dabey der vor langer Zeit berühmte Garten. Hier residiret Fürst Leopoldus zu Anhalt-Köthen, geb. 1694. den 29. Novembr. Ist Reformirter Religion. Anno 1698. ist hier eine neue Evangelisch-Lutherische Kirche erbauet worden. Anno 1547. hat ein Brand den grösten Theil des Schlosses verzehret, als ein Becke das Licht auszulöschen vergessen. Fürst Johann Georg der Erste hat solches wieder zuerbauen angefangen, und ist das Queerhauß an der Brücke Anno 1599. vollendet worden. Das lange Hauß südwärts ist Anno 1600. angefangen, und 1602. fertig worden.
2. Nienburg, ein Städtgen, Schloß und Amt, war vormals eine Reichs-Abtey, ist itzo der Wittben-Sitz der Hochfürstl. Frau Wittbe, Frau Giselen Agnessen, gebohrne von Rathen, nunmehrigen Reichs-Gräfin von Nienburg.
3. Warmsdorff, ein Schloß und Amt, wird in denen Käyserl. Lehn-Briefen die hohe Grafschafft geheissen, welches aber keine Würde bedeutet, sondern nur ein Terminus Judicialis ist.
4. Güsten, ein Städtgen, so Anno 1373. Stadt-Gerechtigkeit erhalten.
5. Wülffen, ein Dorff, Schloß und Amt, wobey vor einigen Jahren schöne Urnae oder Heydnische Todten-Töpffe gefunden worden.
6. Gröpzig, ein Flecken und Schloß.

§. VII.

Was hat die Bernburgische Linie vor Oerter ?

1. Baerenburg, lat. Bernburgum, eine alte Stadt, mit einem ansehnlichen Berg- und Residentz-Schlosse an der Thüringischen Saale, welche hier Schiffreich ist. Sie bestehet aus dreyen Städten, die Alt- und Neu-Stadt, und der Stadt auf dem Berge, welche letztere An. 1689. an 23. Augusti, Abends 4. Uhr fast gantz im Rauch aufgangen. Hier residiret Victor Friedrich, geb. 20. Sept. 1720. Ihr. Durchl. sind der Reformirten Religion zugethan.
2. Ballenstaedt, lat. Ballenstaedium, eine Stadt und der Haupt-Ort einer uhralten Nordthüringischen Grafschafft, sie liegt im Grunde und wird von einem kleinen Flusse der Getel genannt, durchflossen. Anno 1498. ist dieses Städtgen mit allen geist- und weltlichen Gebäuden, auch den meisten Bürger-Häusern in die Asche geleget worden.
3. Evangelien Berg, ist die Höhe, wo in vorigen Seculis die Evangelia zu gewissen Zeiten abgelesen worden.
4. Hartzgeroda, eine kleine Stadt, mit einem Schlosse an dem Wasser Selcke. Anno 1260. und An. 1635. auch An. 1666. hat diese Stadt vom Feuer grossen Schaden gelitten. Gegen Abend liegt der sogenannte Ehren-Berg, wo die Berg-Leute ihre Streit-Sachen vergleichen.
5. Wilhelms-Hoff, ein Lust-Hauß ohnweit dem wüsten Stamm-Hause Alt-Anhalt im Walde, welches der am 14. Decembr. 1709. verstorbene Wilhelmus zu Anhalt-Hartzgeroda, im Jahr 1682. angebauet hat, von dem auch die ohnweit Hartzgeroda gelegene Wilhelm Stadt den Namen hat.
6. Alt-Anhalt, ein altes verwüstetes Berg-Schloß an der Selcke, davon die Fürsten zu Anhalt den Namen haben, ist eigentlich keiner Linie eigenthümlich, sondern ein Gemeinschafftl. Platz. Die Rudera sind von gebackenen Steinen.
7. Plötzkau, ein Schloß, und Ammt.
8. Gernroda, lat. Geronis-Roda, ein Flecken, liegt nicht gar weit von Ballenstädt, ist weyland ein Fürstl. weiblich Reichs-Stifft gewesen.
9. Güntersberg, ein Städtgen ohne Mauren, so 1707. mehrentheils durch eine grosse Feuersbrunst in die Asche geleget worden. Hier ist ein Fürstl. Residentz-Hauß die Albertinenburg genannt.
10. Kolbick, ein Dorff, vormals ein Stifft und Kloster, wo Anno 1005. nach Christi Geburt, sich mit 15. Männern und 3. Weibes-Personen, bey der Kirche ein wunderbarer Tantz soll begeben haben.
11. Zeitz, ingemein Klein-Zeitz genannt, ist ein Fürstliches Lust-Hauß, darauf ein Bärnburgischer Printz residiret.

III. Der Chur-Cräyß und Herzogthum Sachsen ?

§. VIII.

Wie ist es mit dem Chur-Cräyß Sachsen bewand ?

Der Chur-Cräyß ist ein schön Stück Landes, lat. Electoratus Saxonicus genannt. Es gräntzet gegen Morgen an die Marggraffthümer Ober- und Nieder-Laußnitz; gegen Abend an das Fürstenthum Anhalt und Landgrafschafft Thüringen; gegen Mittag an Meissen; gegen Mitternacht an die Marck-Brandenburg und das Herzogthum Magdeburg * Hierdurch oder vorbey fliessen die Elbe, Saala, Mulda und Elster, (wird zum Unterscheid der Elster im Voigtlande die schwartze Elster genennet.)
* Dieses besitzet vorjetzo Fridrich Augustus, Chur-Fürst zu Sachsen, geb. den 22. May 1670. ward Anno 1697. zum Könige in Pohlen erwählet und den 27. Jun. gekrönet.
In diesem Chur-Cräyse sind folgende merckwürdige Oerter.
1. Wittenberg, lat. Witteberga oder Leucorea, ist eine mittelmäßige und befestigte Stadt, und der Haupt-Ort, liegt nicht weit von der Elbe an der schwartzen Elster, in eine Ebene. Das Churfürstliche Schloß hat eine feine Kirche darinne Lutherus und Philippus Melanchton begraben liegen. Die Universitaet hat Fridericus III. Churfürst zu Sachsen Anno 1502. gestifftet. Hier hat Lutherus Anno C. 1517. die Reformation angefangen und öffent: wieder Johann Tezels Ablaß-Kram geprediget und disputiret. Bey Wittenberg an der Elbe siehet man noch die Rudera der alten Schantzen, daselbst die treffliche Elb-Brücke gestanden, welche die Schweden im 30. jährigen Kriege abgebrannt. Es ist nun eine Fähre über die Elbe. Anno 1704. zogen Moscowiter, 1706. die Schweden ein.
2. Torgau, lat. Torgavia, eine grosse Stadt an der Elbe, hat ein schönes Schloß, Hartenfelß genannt, auf welchen einige Jahr Ihr. Majestät die verstorbene Königin zu residiren pflegen. In dieser Stadt wird gut Bier gebrauet, daß nach Leipzig und andere Oerter verführet wird.
3. Düben, eine alte Stadt und Schloß an der Mulda, über welche da eine Brücke gehet. Von hier fängt sich die bekannte Dübische Heyde an, daselbsten 1631. die Schweden sich mit den Churfürstlichen conjungiret und auf die Käyserlichen los gezogen.
4. Kemberg, ein Städtgen von welchem ein gantz morastiger Weg auff Wittenberg ist, welcher mit Holtz muß beleget werden.
5. Hertzberg, eine geringe Stadt an der schwartzen Elster nach der Lausitz zu.
6. Lichtenburg, ein geringer Ort, hat aber ein schönes Schloß, wo die Chur-Pfältzische Wittbe, Wilhelmina Ernestina sonsten residirten. Dabey liegt das Städtgen Brettin.
7. Sckvveidnitz, eine kleine Stadt und Amt an der Elster.
8. Annaberg, ein schönes Schloß und Jagd-Hauß an der Elster, war der Witthum-Sitz der Königl. Frau Mutter Churfürst Johann Georgii III. Wittbe.
9. Schilde, nicht weit von Torgau, eine Stadt, von welcher die so genannte Schild-Bürger ihren Nahmen haben.
10. Lochau, ein Schloß davon die Lochauer Heyde den Nahmen hat, wird wegen der Historie angeführet.
11. Lochau, ein Städtgen und Schloß derer von Arnheim.
12. Elster, eine Stadt, eine Meile von Wittenberg.
13. Schlieben, ein Städtgen, worunter das Jagd-Hauß Hohebücke. Sie hat ein Amt.
14. Plesern, ein Schloß und Herrschafft, eine halbe Meile von Wittenberg.
15. Gahna, oder Zahna, ein Städtgen, Schloß und Herrschafft, eine Meile von Wittenberg.
16. Dömnitsch, ein Städtgen, Schloß und Commendur zwischen Torgau und Bretsch, 6. Meilen von Leipzig.
17. Niemeck, ein Städtgen an der Marck.
18. Seida, eine Stadt und Amt.
19. Beltzig, ein Städtgen und Superintendur.
20. Das Burggrafthum Magdeburg, wozu die Aemter, Gommern, Elbenau, Rannis und Gottau gehören.

3.) Die Abtey Quedlinburg.

§. IX.

Was ist von dieser Abtey zu mercken ?

Diese Abtey, lat. Abbatia Quedlinburgensis, liegt zwischen den Fürstenthümern Magdeburg und Anhalt. Die Aebtißin ist eine Fürstliche Person, und allezeit der Lutherischen Religion zugethan, die dabey ein Reichs-Stand ist. In vorigen Zeiten war Chur-Sachsen Schutz-Herr. Nachdem aber ist solche Schutz-Gerechtigkeit nebst der zu Nordhausen an Ihro Königl. Majestät in Preussen, von Ihro Königl. Majestät in Pohlen Friedrich Augusto Churfürsten zu Sachsen / um 30000. Thaler cediret worden. Wowider die damahlige Aebtißen aus dem Fürstlichen Hause Weymar zu Regenspurg Protestando einkam. Darinne ist:
* Quedlinburg, lat. Quedlinburgum, eine Stadt und Schloß in welchem die Aebtißin Pröbstin Canonissen und Decanissen residiren, liegt am Wasser Bode. Es wird hier guter Breyhan gebrauet, welcher abgeführet wird. Hier ist eine gute Schule. Anno 1583. ward hier zwischen den Pfältzischen, Sächsischen und Brandenburgischen Theologis auf einer, und den Braunschweigischen, Helmstädtischen Theologis auf der andern Seite von der Gegenwart Christi und dessen Menschlichen Natur ein Colloquium gehalten.

4.) Die Graffschafft Manßfeld wird unten beschrieben, nach Thüringen und dem Fürstenthum Querfurt.


II. Das Marggraffthum Meissen.

§. X.

Was kan man von Meissen behalten ?

Das Marggrafthum Meissen, lat. Marchionatus Misniae, hat gegen Morgen die Lausitz; gegen Abend Thüringen; gegen Mittag Böhmen; gegen Mitternacht Ober-Sachsen.
* Davon hat Justinus Danckert, eine deutliche, aber nicht accurate Charte verfertiget, darauf doch das meiste deutlich exprimiret ist. Eben dieses Land kan auch auf seiner Charte de Circulo Sayonico Superiore gesehen werden. Eine Charte von Meissen ist die von Peter Schenck gestochene Leipziger Post-Charte.
Wenn wir dieses Stück Landes eigentlich sehen wollen müssen wir acht Theile machen, so wird es sehr wohl können verstanden werden. Also folget:
I. Der Meißnische Cräyß.
II. Der Leipzigische Cräyß.
III. Der Ertz-Gebürgis. Cräyß.
IV. Die Gräfl. Schönburgischen Güter.
V. Das Weissenfelsis. Gebiete.
VI. Das Merseburgis. Gebiete.
VII. Das Zeitzische Gebiete.
VIII. Das Osterland.

§. XI.

Was ist nun von dem Meißnischen Cräyß zu mercken ?

1. Dresden, lat. Dresda, Die schöne Churfürstliche Residentz-Stadt, ist auch die Haupt-Stadt der gesammten Churfürstl. Länder, liegt an der Elbe, worüber hier eine der berühmtesten Brücken ist. Anno 1491. am 15. Junii, Mittwochs früh Uhr kam in der grossen Weber-Gasse jetzo Scheffel-Gasse genannt bey einem Becker Feuer aus, und verzehrete die halbe Stadt, sammt der Creutz-Kirche. Das Schloß hat Anno 1701. durch einen unverhofften Brand grossen Schaden genommen. Das Zeug-Hauß ist nach dem zu Venedig das berühmteste. Die Kunst-Kammer, Bibliotheck, der Pferd-Stall, der nach der Italiänischen Manier angelegte Garten, können ohne Verwunderung nicht gesehen werden: In dieser Stadt sind ansehnliche Palläste, und prächtige Häuser erbauet. Die Haupt-Religion ist die Evangelische, welche noch in der Schloß-Kirche und in den drey Stadt-Kirchen zu Neu Dreßden, auch in Alt-Dreßden floriret. Die Römisch-Catholische haben hier auch eine Kirche erbauet. Neu-Dreßden hat drey Thore, 36. Gassen, 2. Marckt-Plätze und eine fürtreffliche Fortification. Die kostbare Brücke welche sie mit Alt-Dreßden verknüpffet ist 630. Schritte lang.
Aus dieser Churfürstlichen Residentz-Stadt Neu-Dreßden, kömmt man über die Elb-Brücke in Alt-Dreßden, welche durch eine Feuers-Brunst sehr ruiniret worden, ist aber nunmehr wieder aufgebauet. Dieses Alt-Dreßden hat Anno 1404. das Stadt-Recht bekommen. Die Fortification ist seit Anno 1704. auch in bessern Zustand kommen.
2. Meissen, lat. Missena, eine alte und wohlgebauete Stadt der Elbe, worüber eine künstliche und schöne höltzerne Brücke ist. Hier ist eine berühmte Sächsische Fürsten-Schule. Meissen war vor Zeiten ein Catholisches Bischoffthum, welches aber nach der Reformation eingezogen worden, doch behielte man die Bischöffliche Regierungs-Art. Auf einem Berge liegen drey Schlösser, da eins das Bischöffliche, das andere das Fürstliche, das dritte das Burggräfliche genennet wird.
3. Mühlberg, lat. Mühlberga, eine kleine Stadt und Amt, wo 1547. ein Bauer den Paß über die Elbe verrathen, daß hernach Churfürst Johann Fridericus zu Sachsen, von Kayser Carolo V. ist aus dem Felde geschlagen und gefangen worden. Dieser Ort liegt drey Meilen oberhalb Torgau rechter Hand der Elbe.
4. Pirn, lat. Pirna, eine Stadt an der Elbe, liegt zwey Meilen von Dreßden, und hat gute Stein-Brüche. Bey der Stadt liegt das feste Schloß Sonnenstein, auf einen Berge, welches wohl verwahret ist.
5. Hain, oder Grossen-Hayn, lat. Haganoa, eine Stadt am Flusse Reder, 3. Meilen von Dreßden gelegen.
6. Koenigstein, lat. Koenigsteinium, eine der vortreflichsten Berg-Festungen in gantzen Teutschl. liegt an den Böhmis. Gräntzen, auf einem hohen Felsen. Das Städtgen liegt unten an der Elbe, führet gleichen Nahmen. Das grosse Faß auf dem Königstein ist berühmt. An. 1706. wurden die beyden Polnischen Königlichen Printzen Jacobus und Constantinus, hieher in Verwahrung bracht, welche zuvor auf der Leiptziger Pleissenburg gewesen. Es werden die Staats-Gefangene mehrentheils hieher gebracht. Auf dieser Festung ist so viel Waldung und Acker-Bau, als für die Besatzung nöthig ist. Sie hat einen tieffen Brunnen, liegt eine Meile von Pirna, und drey Meilen von Dreßden.
7. Schandau, lat. Schandavia, eine kleine Stadt an der Elbe nach Böhmen zu, ist Anno 1704. durch einen Brand ziemlich beschädiget worden.
8. Stolpen, lat. Stolpa, eine Stadt und Amt, hat ein festes Schloß auf einem Berge.
9. Hohenstein, lat. Hohensteinium, ein Schloß und Amt, auf einem hohen Berge nach den Böhmischen Gräntzen.
10. Bischofsvverth, lat. Bischofsvverda, eine kleine Stadt, liegt nach der Lausitz zu.
11. Moritzburg, lat. Mauritziburgum, ein schönes Schloß, so von Churfürst Mauritio erbauet worden, liegt nicht weit von Dreßden.
12. Wurtzen, oder Wurtsen, lat. Wurcena, eine Stadt, an der Mulda, welche ehemals ein Unterstifft gewesen zu dem Ober-Meissen gehörig, dahero auch noch die Regierung des Meißnischen Stifftes allhier gehalten wird. In dieser Stadt wird gut Bier gebrauet, welches weggeführet wird. Anno 1704. ist Schaden durch einen Brand hier geschehen.
13. Oschatz, lat. Ossitium, eine Stadt, und Amt, drey Meilen von Wurtzen und 6. von Leipzig, am Flusse Dölhitz gelegen.
14. Strelen, lat. Strela, ein Städtgen, hat ein Schloß, so dem Herrn Pflug gehöret, wo der Fluß Colnitz, in die Elbe gehet. Bey dieser Stadt kan man über die Elbe fahren.
15. Neu-Saltza, ein Städtgen, das Anno 1668. von Hiob von Saltza mit Churfürstlicher Erlaubniß vor die exulirende Böhmen angeleget worden.
16. Dippoldisvvada, ein Städtgen an der Weisseritz 2. Meilen über Dreßden.
17. Grillenberg, ein Schloß und Jagd-Hauß im Tharantischen Walde.

§. XII.

Was sind vor Städte im Leipziger Cräyse ?

Darinnen sind nachfolgende Städte, welche alle dem Churfürsten zu Sachsen gehören:
1. Leipzig, lat. Lipsia, eine nicht allzu grosse, aber eine der schönsten Städte in Teutschland, welche jährlich drey Weltberühmte Messen hält; Als aufs neue Jahr, Ostern und Michaelis. Sie lieget gleichsam an dreyen Flüssen, welche vorbey streichen, die Pleisse, lat. Plissa, die Elster, lat. Elyster, und die Bar, lat. Bara. Anno 1409. ist hier eine Universität von Churfürst Friderico Bellicoso, auffgerichtet worden, welche sich von der damahls ruinirten Pragischen Universität alsobald erhohlet. Die Stadt hat um und um einen sandigten Boden, grosse Vorstädte. Sie hat etliche Pasteyen, Brustwehr, Graben, und das in dreyeckter Form gebauete feste Schloß, die Pleissenburg genannt, welche durch einen Graben von der Stadt abgesondert wird. Gleich im Anfang des Schwedischen Einfals 1706. muste sich die Stadt und Festung an den König in Schweden ergeben.
Unter den 6. Academischen Collegiis, ist das Paulinum das vornehmste, dabey die Bibliotheck, und Pauliner-Kirche, nebst dem Anno 1704. gebaueten Collegio Anatomico. Anno 1709. am 4. Decembr. hielte die Universität allhier, mit grosser Solennität ihr drittes Jubel-Fest. Die Kirche S. Nicolai ist ein schönes Gebäude, und inwendig wohl gezieret, worine allzeit der Superintendens ist. Die Kirche S. Thomae, und die neue Barfüsser-Kirche sind ebenfalls ansehnliche Gebäude. Die Pauliner- und auch Peters-Kirche sind Anno 1700. biß 1712 renoviret worden, daß Leipzig also innerhalb der Mauren mit 6. Kirchen pranget. Die Commercien und Handlung haben diese Stadt vermögend gemacht, daß man rechte Königliche Palläste, worunter Apels Hauß wo der König logiret, wenn er zu Leipzig ist, und D. Romani Hauß, auch Auerbachii Hof, wo die lustbarsten Sachen verkauffet werden, Homans Hauß und die Kaufmanns-Börse sehens würdig sind. Das Rath-Hauß ist auf dem Marckte, in der Länge von Mittag gegen Mitternacht. Der Gottes-Acker vor dem Grimmischen Thor ist wegen der schönen Gewölber und Epitaphien sehenswürdig. Diese lustige Stadt ist rund umher mit Linden besetzet, und in den Vorstädten sind die trefflichsten Lust-Gärten mit allerhand raren Gewächsen und Orangerien angefüllet. Sie liegt 13. Meilen von Dreßden und Erffurt, 5. von Halle. Hier ist der Schöppen-Stuhl und Ober-Hoff-Gerichte. Wer Leipzig genau betrachtet, wird gestehen, es sey das Meißnische Kleinod, und ein irrdisches Paradieß zu nennen.
2. Grimm, lat. Grimma, eine Stadt an der Mulda, in welcher die berühmte Fabrique des Grimmischen Zwirns und eine beruffene Sächsische Fürsten-Schule zu finden.
3. Eulenburg, lat. Ileburgum, eine kleine Stadt an der Mulda, welche wegen des guten Biers berühmt ist.
4. Leisnick, lat. Leisnicum, welche 1700. fast ganz abgebrannt, doch nunmehro wieder erbauet ist.
5. Tauche, lat. Taucha, eine kleine Stadt, eine Meile von Leipzig.
6. Born, lat. Borna, eine Stadt und Amt.
7. Regis, ein Städtgen derer von Bosen eine Meile von Borne.
8. Rochliz, lat. Rochlitium, eine kleine Stadt und Schloß an der Mulda, woselbsten ein Kupffer-Bergwerck ist.
9. Doeblen, eine kleine Stadt an der Mulda.
10. Colditz, lat. Colditium, eine Stadt, hat ein Schloß und Amt, liegt an der Mulda, und ist der Churfürstlichen Wittben Leib-Gedinge.
11. Pegau, lat. Pegavia, eine Stadt und Amt, gehörete sonst dem Hertzoge von Sachsen-Zeitz.
12. Marck-Ranstädt, ein offener Marckt-Flecken, so Stadt-Gerechtigkeit erlanget, ist im vorigen Kriege sehr ruiniret worden, so wohl von Schweden als Käyserlichen, so hernach bey Lützen 1632. die Schlacht gehalten. Anno 1706. und 1707. hat der Ort abermal bey der Schwedischen Einquartierung grossen Schaden durch Feuer erlitten.
13. Marien-Pforte, oder Pforte, auch Schul-Pforte, ein ehmaliges berühmtes Benedictiner-Closter an der Saal, wo eine berühmte Fürsten-Schule und Ammt ist. Das Cistercienser-Closter ist 1131. gestifftet, und seit 1543. auf Chur-Fürst Mauritii zu Sachsen-Verordnung eine Evangelische Fürsten-Schule gewesen. Der Ort ist rund um mit einer Mauer umgeben, hat eine lustige Situation. Es gehören darzu schöne Güther.
14. Kesen, ein Dorff, wo die grosse steinerne Brücke über die Saal gehet.
Zum Ammt Schul-Pforte gehören 19. Dorffschafften mit Ober- und Unter-Gerichten.

§. XIII.

Was kommen in dem Ertz-Gebürgischen Cräyse vor Oerter vor ?

Der Ertz-Gebürgische Crayß, lat. Districtus Metalliferus, liegt an Böhmen, und gehöret gantz dem Churfürsten in Sachsen. In diesem Cräyße sind folgende Oerter:
1. Freyberg, lat. Freyberga, eine alte und grosse Stadt, nicht weit von dem Flusse Mulda, ist schlecht bewohnet, doch ziemlich gebauet und verwahret. Anno 1642. ist es von den Schweden vergeblich belagert worden. Der Dom ist ein schönes Gebäude, und das Rath-Hauß ist nicht zu verachten. Die Bergwercke sind berühmt, wiewohl sie vormahls weit herrlichere Ausbeute gegeben. Allhier sind die Begräbnisse der Churfürsten von Sachsen.
2. Zvvickau, lat. Cygnea, eine feine Stadt an der Mulda, hat ein Schloß an der Voigtländischen Gräntze. Weil der Gottes-Acker auf Voigtländischen Boden lieget, so ist daher das Sprüchwort kommen: daß die Zwickauer in Meissen leben und sterben, und im Voigtlande begraben werden. Sie liegt 5. Meilen von Altenburg und 10. von Leipzig. Das Schloß wird Osterstein genennet.
3. Chemnitz, lat. Chemnitium, eine feine Stadt am Wasser gleichen Nahmens, ist Anno 1308. Churfürstlich worden, da sie vorher eine Reichs-Stadt gewesen. Sie liegt 9. Meilen von Leipzig. Dabey liegt Ebersdorff ein ehmaliges Kloster unter den Lichtenwaldischen Ammte, wo in der Marien-Kirche die Kleider Ernesti und Alberti der Printzen Churfürstens Friderici Placidi zu Sachsen, welche Conrad von Kauffung An. 1455. aus dem Altenburgischen Schlosse geraubet, aufgehänget zu sehen.
4. Annaberg, lat. Annaberga, eine feine Stadt auf dem Gebürge, wo nicht weit davon das Hiobs oder Sophien Bad ist. Der Ort hat gute Silber-Bergwercke, und werden hier sehr viel Spitzen gemacht. Sie hieß vorhero Schreckenberg, woselbst die so genannten Engel-Groschen oder Schreckenberger gemüntzet worden, und hat man sie Anno 1490. zu einer Berg-Stadt zu bauen angefangen.
5. Schneeberg, lat. Schneeberga, eine feine Berg-Stadt, nach den Böhmischen Gräntzen, lieget an dem Flusse Mulda, und hat feine Silber- und Zinn-Bergwercke auch blaue Farbe.
6. Catharinenberg, lat. Catharinaeberga, eine feine Berg-Stadt.
7. Altenberg, eine Berg-Stadt nicht weit von der Festung Königstein, daselbsten die besten Zinn-Bergwercke sind.
8. Marienberg, lat. Mariaeberga, liegt nicht weit Anneberg, ist auch eine bekannte Berg Stadt. Sie ist Anno 1520. erbauet, liegt 3. Meilen von Freyberg. Nahe dabey ist das alte Berg-Schloß und Ammt Lauerstein.
9. Mittweyda, liegt bey Chemnitz, eine feine Stadt.
10. Wolckenstein, ist ein Schloß, daselbsten ist ein Bad.
11. Stollberg, lat. Stollberga, eine kleine Stadt, daselbst gute Land-Tücher gemacht werden.
12. Franckenberg, ein geringer Ort, daselbst aber werden viel Zeuge gemacht.
13. Schwartzenberg, ein Städtgen und Schloß, ist das Cräyß-Ammt, wohin die Eisen- und Blech-Hämmer, auch das blaue Berg-Farben-Werck gehören, 2. Meilen von Schneeberg.
14. Johann Georgenstadt, lat. Johannis Georgii Villa, ein feiner Ort an den Böhmischen Gräntzen, ist Anno 1654. erstlich gebauet worden von den aus Böhmen vertriebenen Evangelischen, ist auch eine Berg-Stadt.
15. Grünhayn, war vormals ein schönes Kloster, anjetzo ist es ein Städtgen und Ammt, wo das Sophien- und Hiobs-Bad.
16. Augustsburg, lat. Augustoburgum, ein schönes Schloß, so von Augusto, dem Churfürsten erbauet ist.
17. Hohenstein, ein Städtgen und wüstes Berg-Schloß, war denen Herrn von Schönburg, die es gegen Penick, Wechsel- und Rochsburg an Chur-Sachsen überlassen.
18. Bernstein, ein Berg-Ort, dabey das Bernsteinische Stamm-Hauß lieget.
19. Wildenfels, ein Städtgen zwischen Zwickau, und Schneeburg gehöret denen Grafen von Solms-Sonnen-Walde. Es ist eine Herrschafft, deren Herrn Anno 1602. ausgestorben, da es denn hernach vermöge einiger Compacten von Chur-Sachsen an die Grafen von Solms überlassen worden.
20. Wiesenburg, ein Städtgen und Schloß eine Stunde von Schneeberg, gehöret einem Hertzog von Hollstein-Sunderburg. Hieher gehöret auch das Städtgen Kirchberg, nebst 22. Dörffern.
21. Nossen, ein Städtgen, Schloß und Ammt, 1. Meile von Freyberg.

§. XIV.

Was gehöret denen Grafen von Schönburg in Meissen:

Denen Grafen und Herrn von Schönburg gehöret in Meissen ein ziemlicher Strich Landes gegen die Voigtländis. Gräntzen. Sie theilen sich in zwo Haupt-Linien, die Waldenburgische und Pönickische Linie. Die Waldenburgische theilet sich wieder 1.) in die Hartensteinische. 2.) Lichtensteinische. 3.) In die Steinische und 4.) Waldenburgische Linie. Die Pönickische Linie, theilet sich I. in die Remissauische, und diese wieder in zween Aeste (1) Remissau und (2) Rochsburg. II. in die Pönickische, welche wieder zween Aeste, als den zu Wechselburg, und den zu Pönick hat. Ihre besten Oerter sind folgende:
1. Glaucha, eine Stadt, Schloß, Herrschafft und Amt an der Schneebergischen Mulda, ist Anno 1712. grösten Theils abgebrannt. Sie lieget eine Meile von Zwicka, und 7. von Leipzig. Das Schloß hat ehedessen die schöne Burg geheissen, ist der Grafen von Schönburg Stamm-Hauß.
2. Hartenstein, eine Grafschafft, welche Vitus von Schönburg Anno 1308. von denen Meißnischen Burggrafen erhandelt. Darinne sind: 1) Hartenstein, ein Gräfl. Residentz-Schloß an der Mulde, eine Meile unter Schneeberg. 2) Leßnitz, ein Städtgen.
3. Lichtenstein, ein Städtgen, Residentz- auch Berg-Schloß, Herrschafft und Amt, eine Meile von Zwicka, 7. von Leipzig.
4. Stein, eine Residentz-Schloß eines Grafen von Schönburg.
5. Waldenburg eine Herrschafft Stadt und Gräfliches Residentz-Schloß, eine Meile von Zwicka. Anno 1727. den 6. und 7. Julii Nachts von 11. Uhren an sind hier 134. Wohnhäuser abgebrannt. Die Superintendur und geistliche Häuser sind auch eingeäschert, Schloß und Kirche aber stehen blieben. Hier werden in Alt-Waldenburg die schönen Krüge gemacht.
6. Remissau, oder Remse, ein Schloß, Amt und Dorff zwischen Glauche und Waldenburg.
7. Rochsburg, ein Städtgen und Residentz-Schloß an der Mulde. Dabey ist Lunzenau ein Städtgen.
8. Wechselburg, oder Wexelburg, ein Residentz-Schloß.
9. Tilgen, ein Flecken.
10. Pönick, eine Stadt und Residentz-Schloß, 2. Meilen von Chemnitz, 5. von Annaberg, und 6. Meilen von Leipzig.
11. Koren, ein Flecken.
12. Lunzenau, ein Städtgen im Amt Rochsburg, wo Anno 1702. den 19. Junii. 31. Häuser durch einen Wetter-Strahl abgebrannt sind.

§. XV.

Was gehöret dem Hertzog zu Sachsen-Weissenfels in Meissen ?

Das grosse Amt Weissenfelß, worinne 3. Städte, und 140. Dörffer sind.
1. Weissenfels, lat. Weissenfelsa, oder Leucopetra, eine mit Mauren umgebene Stadt, samt vier Vorstädten an dem Flusse Saal, darüber eine lange Brücke von Holtz gehet. Sie liegt 4. Meilen von Leipzig, 2. von Märseburg, und 2. von Zeitz. Auf einem hohen Berge gegen Morgen lieget das Hertzogliche Residentz-Schloß Augusts-Burg, welches Anno 1663. den 10. Julii von Hertzog Augusto zu Sachsen, Administratore des Ertz-Bischoffthums Magdeburg angeleget worden. Der Gegend war Vorzeiten eine Grafschafft. In dem gewesenen Jungfer-Kloster S. Clarae Ordens, ist dermahlen das Gymnasium Illustre Augusteum, benahmet, daß Anno 1666. den 1. Novembr. gestifftet ist. An. 1716. den 22. Maji, sind hier in der Saal-Gassen 50. Häuser abgebrannt. An. 1718. sind abermahl 46. Häuser, samt dem Kirch-Thurn in die Asche gefallen. In der Stadt gehören dem Rath Ober- und Nieder-Gerichte. Die Vorstädte aber stehen unter dem Amte.
2. Melsen, ein Städtgen, dem Ammt mit Ober- und Erb-Gerichten untergehörig.
3. Stösen, ein Städtgen anderthalben Meilen von Weissenfelß, dem Ammt mit Ober- und Erb-Gerichten gehörig.
4. Teuchern, ein Städtgen derer von Berlepsch. Auser diesem wichtigen Ammte, so ehmals eine Grafschafft gewesen gehören dem Hertzoge zu Sachsen-Weissenfelß noch, die Aemter in Thüringen: 1. Langensaltza. 2. Weissensee. 3. Sangerhausen. 4. Eckartsbergen. 5. Freyburg, von welchen in Thüringen gehandelt ist.
Ebenfals gehöret ihm das Fürstenthum Querfurt, welches aus den Aemtern und Städten, Querfurth, Jüterbock, Dam und denen in Thüringen gelegenen Aemtern Saxenburg, Heldrungen, Wendelstein und Sittichenbach, welche zum Fürstenthum Querfurth geschlagen worden. Von diesem Fürstenthum wird unten mit mehrern gehandelt.

§. XVI.

Was ist von dem Stifft Märseburg zu mercken ?

Das Stifft Märseburg, lat. Episcopatus Martisburgensis, ist von Käyser Henrico Aucupe gestifftet worden. Die Gegend war Vorzeiten eine Grafschafft, die Anno 408. angefangen und 1007. aufgehöret hat. Churfürst Johann Georg I zu Sachsen, hat vor seine Nachkommen in diesem Stiffte eine ewige Postulation erhalten. Das Stifft ist Evangelischer Religion, der jetzige Administrator ist Mauritius Wilhelmus, Hertzog zu Sachsen, geb. 1688. den 5. Februarii. Zu diesem Stifft gehören, die Städte und Aemter Märseburg, Lauchstädt, Lützen, Skeuditz, Zwencka und Schafstädt. Wir mercken:
1. Märseburg, lat. Martisburgum, die Haupt-Stadt des Stiffts an der lincken Seite der Saale, hat eine Dom-Kirche und feines Schloß, wo der Administrator residiret. Hier ist ein berühmtes Gymnasium, und wird auch daselbst gut Bier gebrauet, das in andere Länder ausgeführet wird. Sie lieget 2. Meile von Halle, 3. von Leipzig, 4. von Naumburg, und 11. von Erffurth. In dieses Ammt gehören 49. Dörffer.
2. Lauchstädt, ein Städtgen, das 1701. den 13. Januarii biß auf 4. Häuser abgebrannt. Es lieget eine Meile von Merseburg. Hier ist ein Ammt mit 18. Dörffern.
3. Lützen, lat. Lucena, ein Städtgen mit einem wohlgebaueten und mit doppelten Wasser-Graben umgebenen Schlosse. Zu diesem Ammte gehören, die Flecken Neustadt, und Eißdorff nebst 79. Dorffschafften. Hier geschahe Anno 1632. den 6. Novembris in dem Felde unter denen Wind-Mühlen die grosse Schlacht zwischen denen Käyserlichen unter dem General Wallenstein und Pappenheim, und denen Schweden auch Sachsen, unter dem Könige Gustavo Adolpho in Schweden, und Hertzog Bernharden zu Sachsen-Weymar, in welcher die Schweden das Feld erhielten. Es hat aber in diesen Treffen gedachter König in Schweden sein Leben durch eine Kugel eingebüsset, in der Gegend wo jetzo ein grosser Stein stehet. Anno 1726. den 6. Julii, sind hier bey starckem Winde 64. Häuser und 24. Scheunen nebst vielen Vorrath und Mobilien verbrannt.
4. Alt-Ranstädt, ein Dorff und Schloß des Barons von Friesen, eine Meile von Lützen, und 2. von Merseburg. In diesem Schlosse hat An. 1706. der König in Schweden Carolus XII. sein Haupt-Quartier bey dem Einfall in das Churfürstenthum Sachsen genommen. Hier ist auch zwischen dem Könige in Schweden und Friderico Augusto Könige in Pohlen und Churfürsten in Sachsen, damals der Friede geschlossen worden, vermöge dessen sich dieser der Cron Pohlen begeben die er aber 1709. nach der Schweden Niederlage bey Pultawa, wieder angenommen, und seinen Gegen-König Stanislaum Lescinsky delogiret.
5. Skeuditz, eine kleine Stadt und Ammt, dahin 42. Dörffer gehören.
6. Schafstädt, ein Städtgen im Ammt Lauchstädt gelegen.
7. Zwenckau, ein Städtgen eine Meile unter Pegau gelegen.
Ausser diesem Stifft hat Churfürst Johann Georg der Erste zu Sachsen seinem Sohne Hertzog Christiano zu Sachsen-Merseburg, des jetzigen Administratoris Groß-Vatern und dessen Posterität in seinem Testament Anno 1652. zugedacht, das Marggrafthum Nieder-Lausitz, davon unten, und die Städte und Aemter, Dobrilug. Fürsten-Walda, Bitterfeld, Dölitsch und Zörbig.
1. Delitsch, lat. Delicium, eine kleine Stadt, mit einer Superintendur. Hier wird Bier gebrauet der Kuhschwantz genannt. Zu diesem Ammte gehöret das Städtgen Landsberg, nebst 51. Dörffern. Es liegt zwischen Halle und Düben. Hier ist ein Schloß.
2. Landsberg, ein Städtgen und Schloß, deren Gegend vorzeiten eine Marggrafschafft gewesen, eine Stunde von Delitsch. Anno 1583. sind hier 66. Bürger-Häuser nebst dem Rath-Hause, Pfarr- und Schul-Wohnung abgebrannt.
3. Brene, ein Städtgen, war vorzeiten eine berühmte Grafschafft. Sie liegt im Ammt Bitterfeld.
4. Zörbig, lat. Sorbigia, Zippel-Zerbst, eine Stadt 2. Meilen von Köthen und Halle, 6. von Leipzig. In dieses Ammt gehören 20. Dorffschafften. Es war ehedessen eine Grafschafft.
5. Bitterfeld, lat. Bitterfeldia, eine Stadt an der Mulda vier Meilen von Leipzig, so weit von Wittenberg und Halle. Hier werden viel Lachse gefangen. In dieses Ammt gehöret das Städtgen Brene nebst 18. Dorffschafften. Die Städte liegen im Leipziger Cräyse.

§. XVII.

Was gehören vor Oerter zum Stifft Naumburg ?

Das Stifft Naumburg, lat. Episcopatus Naumburgensis, ist Anno 968. von Käyser Ottone M. gestifftet worden. Der erste Bischoff war Hugo, von Anno 968. biß 980. Von An. 1542. an ist dieses Stifft zu der Evangelisch-Lutherischen Lehre getreten. Hertzog Mauritius zu Sachsen-Zeitz, Churfürst Johann Georgii I. zu Sachsen Sohn, hat Anno 1660. von Käyser Leopoldo die Investitur über die Stiffts-Regalien gesuchet und erworben. Er vereinbahrete sich mit dem Dom-Capitul wegen einer ewig währenden, obwohl auf die Erstgeburt und Lineal-Succession restringirten Postulation. Er starb Anno 1681. Ihm folgete sein Sohn Mauritius Wilhelmus geb. 12. Martii 1664. Dieser Administrator des Stiffts Naumburg, hatte mit Churfürst Johann Georgen dem III. zu Sachsen wegen des Stiffts gerechtsamen grossen Streit. Er trat 1717. zu Leipzig zur Römisch-Catholischen Religion, machte sich dadurch der Bischöfflichen Administration verlustig, und nahm seine Residentz zu Weida. Anno 1718. den 16. Octobr. bekannte er sich zu Pegau wieder zur Lutherischen Lehre, starb 1718. den 14. Novembr. Nach der Zeit ist noch kein Administrator postuliret. Dessen Länder sind von Chur-Sachsen besetzet. Die besten Oerter dieses Stiffts sind:
1. Naumburg, lat. Numburgum, eine ansehnliche Handels-Stadt an der Saale, wo jährlich auf Peter Paul eine berühmte Messe gehalten wird. Es sind hier zwey Schulen, die Raths-Schule in der Stadt, und die Stiffts-Schule in der Freyheit. Die Dom-Kirche pranget mit drey hohen Thürnen, die mit Kupfer gedecket sind.
Diese sogenannte Freyheit liegt der Stadt gegen Abend, wo das Dom-Capitul ist, das daselbst zu befehlen hat. Zum Stifft Naumburg gehöret die Stadt Zeitz, nebst 86. Dorffschafften, auch das Städtgen Osterfeld. Sie lieget 3. Meilen von Jena, 6. von Leipzig, und 7. von Erffurt. Hier wird ein gutes Bier gebrauet, das weit ausgeführet wird. Die Capitularen des Stiffts residiren in ihren Curien auf der Freyheit, welches eine besondere Stadt vor Naumburg ist. An. 1517. sind hier 770. Häuser abgebrannt. Anno 1714. am Petri Pauli Tage wurden die Pulver-Buden in der Fisch-Gassen in der Stadt durch einen Spitzbuben entzündet, dadurch in der Stadt 6. Häuser, auf der Herren Freyheit aber und in den Vorstädten 426. Häuser eingeäschert wurden. Es blieben in diesem Unglück über 30. Persohnen todt. Anno 1716. den 30. April gieng bey dem Saltz-Thore ein Feuer auf, welches 255. Wohnhäuser in die Asche legte. Die Wentzels Kirche, und das Fürstliche Residentz-Hauß sind noch erhalten worden.
2. Schönburg, ein Berg-Schloß und Dorff an der Saal, von Ludovico dem Springer erbauet.
3. Zeitz, lat. Ciza, oder Citium, welches Wort bey den Wenden so viel als Weitzen heisse, eine Stadt an der Elster gelegen. Sie liegt drey Meilen von Naumburg, 4. von Leipzig, 10. von Erffurt. Hier ist ein schönes Schloß Moritzburg genannt. Das Stifft ist Anno 1029. von hier nach Naumburg verleget worden. Sie hat eine gute Land-Schule und Superintendur. Sie hat drey feine Kirchen.
Ausser dem Stifft haben die Hertzoge zu Sachsen-Zeitz besessen:
1. Pegau, lat. Pegavia, eine Stadt, Schloß, Ammt und Superintendur im Leipziger Kreise gelegen. Zu diesem Ammt gehören das Städtgen Groitsch und 53. Dorffschafften. Hertzog Mauritius zu Sachsen-Zeitz hat sie Anno 1658. seinem Bruder Churfürst Johann Georgio dem II. abgekaufft. Nach der Zeit hat dessen jüngere Sohn Fridericus Henricus eine Zeitlang daselbst residiret.
2. Tautenburg, ein von Rudolpho II. Schencken von Vargula 1234. erbauetes Berg-Schloß, Dorff und Ammt. Das Geschlecht derer Schencken von Tautenburg hat 1640. den 3. Augusti mit dem Baronen Christiano aufgehöret. Es lieget im Tautenburger Forst.
3. Frauen-Brießnitz, lat. Brisnitzia, Dominarum, ein Städtgen und Superintendur eine Meile von Dornburg. Daselbst ist ein wüstes Schloß.
4. Posen, oder Possau, eine ehmalige Benedictiner-Abtey, so nun ein schönes Guth.
Zu diesem Ammt gehören 9. Dorffschafften. Diese Herrschafft ist von Chur-Sachsen occupiret worden.
Aus dem Hennebergischen gehöreten dem Hertzogen zu Sachsen-Zeitz, die Städte Schleusingen, Suhla, das Ammt Kühndorff, und Flecken Benshausen.
Im Voigtlande, die Städte und Aemter Plauen, Oelsnitz, Voigtsberg, Adorff, Ziegenrück, Arnshaug, Neustadt, Weida, welche jetzo von Chur-Sachsen besetzet sind.

§. XVIII.

Was ist im Osterlande oder Hertzogthum Altenburg zu mercken ?

Dieses Hertzogthum gehöret dem Hertzog zu Sachsen-Gotha zu. Denn als An. 1672. Fridericus Wilhelmus III. Hertzog zu Sachsen-Altenburg ohne Erben starb, fiel dieses Land an Hertzog Ernestum den Frommen zu Gotha. Es lieget in Meissen. Die besten Oerter darinne sind:
1. Altenburg, lat. Altenburgum, eine ansehnliche Stadt an der Pleisse, ist der Haupt-Ort, wo ein Fürstliches Residentz-Schloß auf einem Berge bey der Stadt lieget. An. 1455. hat Kuntz von Kauffungen hier Churfürst Friderici II. zu Sachsen beyde Printzen, Ernestum und Albertum, von welchen die beyden Churfürstliche und Hertzogliche Sächsische Linien, die Ernestinische und Albertinische abstammen, aus dem Bette entführet. Er ward aber eingehohlet, und muste den Kopff hergeben. An. 1566. ward den 21. Oct. zwischen denen Sächsischen und Thüringischen Theologis hier ein Colloquium angefangen, das biß den 9. Martii 1596. gewähret. An. 1706. ward hier ein Evangelisches Jungfer Stifft angeleget. Die Einwohner dieses Herzogthums, sonderlich um Altenburg haben eine gantz besondere Kleider-Tracht, die sie beständig behalten. Sie hat ein Gymnasium Illustre.
2. Schwölln, eine Stadt. Hier ist sonst eine alte Kirche gewesen, daraus die erste Wallfahrt in gantz Teutschland nach Aachen ins Reich entstanden.
3. Lucca, eine Stadt zwischen Pegau und Altenburg, ist bekannt von der Niederlage der Schwaben Anno 1308. unter Graf Philippo von Nassau, der Kayser Alberti Armee commandirte, und im Osterlande übel hausete, aber von Marggraf Friedrichen mit dem gebissenen Backen den 31. Maji gäntzlich aus dem Felde geschlagen worden. Daher ist das Sprüchwort kommen: Es wird dir gehen, wie denen Schwaben bey Lucca.
4. Ronneburg, ein Städtgen, Ammt und Superintendur, zwischen Altenburg und Gera.
5. Roda, ein Städtgen, und Ammt, zwo Meilen von Jena.
Folgende zu diesem Herzogthum gehörige Oerter und Aemter liegen in Thüringen.
6. Orlamünda, ein Städtgen an dem Ausflusse der Orl in die Saale. Dabey lieget auf einem hohen Berge das Stamm-Hauß der Grafen von Orlamünda, so jetzo wüste ist.
7. Kala, ein Städtgen, Ammt und Superintendur, an der Saale.
8. Leuchtenburg, ein Berg-Schloß gegen Kahle ohnweit der Saala, drey Stunden von Jena. Hier ist ein tieffer Brunn in den Berg gehauen.
9. Eisenberg, lat Eisenberga, eine Stadt zwo Meilen von Jena. Hier ist ein schönes Fürstliches Schloß mit einer sehenswürdigen Capelle. Es war die Residenz Hertzog Christiani von Sachsen aus dem Hause Gotha, der Anno 1707. gestorben, da denn dieses Land wieder an Gotha gefallen. Die Gegend war ehedessen eine Grafschafft.
10. Von dem Altenburgischen Fürstenthum besitzet der Hertzog zu Sachsen-Saalfeld: 1) Die Stadt und Schloß Saalfeld, mit einem Ammte. 2) Die Stadt Gräfenthal, eine Herrschaft und Ammt, dabey das Berg-Schloß Wespenstein. 3) Die Städtgen Peßnick, Lehsten, und Ammt Zell.


Obersachsen und Meißen im 18. Jahrhundert





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