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Meine bisherigen Forschungsergebnisse beziehen sich auf Catharina Cotta (* 28.10.1592 + 21.04.1639), die 1592 als Mitglied der bekannten Eisenacher Familie geboren wurde und nach Langensalza zog, um dort Johann Aurbach (* 08.11.1586 + 06.03.1645) zu heiraten. Über die Cottas gibt es vielfältige Publikationen. Auch die Tübinger Buchdruckerfamilie soll mit der Eisenacher Linie verwandt sein. Als Urväter werden Burchard und sein Sohn Bonaventura (* um 1370 + um 1430) genannt.

Eisenacher Lutherhaus 2013
Wohnhaus von Conrad Cotta und Ursula Schalbe

Der Eisenacher Gelehrte Christian Franz Paullini hatte selbst verwandtschaftliche Beziehungen zu der Familie. Im Jahre 1694 verfasste er eine Dissertation und schrieb über die angeblich römische Abkunft der Cottas. Seiner Meinung nach zählten römische Consuln zu der Familie, es gab ein cottisches Reich in den Alpen und einen heilig gesprochenen Kreuzritter. Über Mailand, wo die Cottas im Mittelalter als Adelige ansässig waren, seien sie dann in mitteldeutsche Gefilde gelangt. Bonaventura wurde Eisenacher Bürger und Ortsschulze in Cottendorf. Wegen ihrer Treue zum Kaiser und der Tapferkeit in den Kämpfen gegen damalige Reichsfeinde soll Kaiser Sigismund die Cottas in der Bartholomäusnacht des Jahres 1420 zu Prag mit einem Adelsbrief ausgestattet haben. Der genaue Wortlaut ist in der Dissertation von Paullini veröffentlicht:

http://cotta-rz.cairn.de/cotta01.htm

 Grabplatte von Christian Franz Paullini in Eisenach

Familienumfeld von Bonaventura Cotta

In Eisenach besaß er das Bürgerrecht, war Kaiserlicher Rat und soll Besitzer der Güter Cottendorf bei Tannroda und Cotta bei Dresden gewesen sein. Bonaventura heiratete in Eisenach um 1400. Er hatte die Kinder Kunz (* 1396), Heinrich (* 1400) und Hans. Ab dieser Zeit hielten sich die Cottas fest in Eisenach auf. Heinrich war mit einer Helene verehelicht und bekam um 1420 den Sohn Conrad, der die berühmte Wohltäterin Martin Luthers, Ursula Schalbe ehelichte. Sie nahm den jungen Luther bei sich auf und förderte ihn. Heute befindet sich im einstigen Wohnhaus der Cottas das Lutherhaus mit einem Museum. Ursula stammte aus einer angesehenen Familie mit Ratsherren und Bürgermeistern, und auch die nachfolgenden Generationen folgten dieser Tradition. Ein Nachkomme der Eisenacher Cottas ist der deutsche Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock (* 2. Juli 1724 in Quedlinburg; + 14. März 1803 in Hamburg).

Eisenach - Das Lutherhaus auf einer alten Ansicht

Ursula Cotta geb. Schalbe

Ursulas Vater war Hans (auch: Heinrich) Schalbe, Gutsbesitzer zu Ilfeld und Bürgermeister in Eisenach von 1495 bis 1499. Die Schalbes waren eine alte Ratsfamilie, schon 1424 wird ein Hans Schalbe erwähnt. Bereits der Großvater Ursulas soll Bürgermeister in Eisenach gewesen sein. Mit Conrad Cotta heiratete sie standesgemäß in eine angesehene Bürgerfamilie ein. Sowohl Ursulas Sohn Johann Cotta der Ältere (* um 1465 + um 1524) als auch ihr Enkel Johann Cotta der Jüngere (* um 1490 + 15. März 1561) konnten studieren, waren Kämmerer, Weinmeister und stellten später selbst den Bürgermeister in Eisenach.

 Die Wartburg bei Eisenach

Die wahre Herkunft der Cottas ?

Frühe Mutmaßungen gingen davon aus, dass die Eisenacher Cottas und die gleichnamige Tübinger Verlegerfamilie denselben Ursprung hatten. Neue Untersuchungen ergaben jedoch, dass die Tübinger Linie aus Sachsen stammt, während die Eisenacher dabei wohl keinen Anteil haben. Der in der Dissertation von Paullini erwähnte Adelsbrief soll bei einem Brand in Ilmenau 1752 zerstört worden sein. Damit liegen die genauen Ursprünge der Cottas im Dunkeln. Von den genannten Gütern Cottendorf und Cotta bei Dresden weiß man, dass diese schon älter sind als die erst genannten Mitglieder der Familie. Eine weitere Variante mag sein, dass Cotta schlicht eine mitteldeutsche Herkunftsbezeichnung war. So wie Nürnberger, Beyer oder Böhme gab man den Menschen im späten Mittelalter die ersten Namen nach ihrer Herkunft, nach einem Beruf oder einer Eigenschaft.

Tatsache ist, dass der Adelsbrief nirgendwo anders existiert, außer in der Schrift von Paullini. Auch die Annahme, dass ein Cotta Bürgermeister von Cottendorf wird, mag belegt sein. Ist die Namensgleichheit nur ein Zufall oder beabsichtigt ? Gerade weil so wenige Hinweise auf die ersten Familienmitglieder vorhanden sind, ist es schwierig, jemals zu erfahren, woher sie kamen. Ich habe selbst viel Zeit im Internet mit der Suche verbracht und auch in Archiven recherchiert. Doch die Eisenacher Kirchenbücher reichen nur bis ins 16. Jahrhundert, und sonstige alte Dokumente sind an allen Orten verstreut und schwer auffindbar.

Luther als Kurrendeschüler singend vor Frau Cotta

Zukünftige Forschungen

Auch wenn es immer wieder Ergänzungen und Veränderungen geben wird, so lässt sich doch festhalten, dass die Cottas eine ganz besondere Familie waren, die zahlreiche Eisenacher Bürgermeister gestellt, Handel betrieben hat und sogar studieren konnte. Darauf kommt es letztendlich an. Ziel für die Zukunft wäre sicherlich, dass noch mehr Forscher ihre gesammelten Ergebnisse zusammentragen und vergleichen.



Familie Cotta

Das Eisenacher Stammgeschlecht brachte viele bedeutende Persönlichkeiten hervor. Eine der bekanntesten war Conrad Cotta, der mit seiner Frau Ursula geb. Schalbe den jungen Martin Luther beherbergte.



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