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Paul Herold (mit vollem Namen „Ernst Otto Paul Herold“) stammte aus einfachen Verhältnissen und wurde am 27. September 1874 als erstes Kind der Familie in Leipzig geboren.

Sein Vater Christian Hermann war aus dem Vogtland zugezogen und arbeitete bei der Sächsischen Staatsbahn. Seine Mutter war bei der Geburt 21 Jahre alt und die Tochter eines Huf- und Waffenschmieds. Die Eltern lebten in der damaligen Lützowstraße, der heutigen Niederkirchnerstraße in der Südvorstadt. Berühmt geworden ist er unter dem Beinamen „Riese“.

 Paul Herold und seine Frau
1912

Wann genau das sprunghafte Wachstum des Paul Herold begann, ist ungewiss. Doch schon in Jugendjahren muss er sehr groß gewesen sein. Er wuchs immer weiter, bis er schließlich die stattliche Größe von 2,36 Metern erreicht hatte. Andere Quellen sprechen gar von 2,43 Metern. Viele alte Aufnahmen von ihm belegen, dass er mit Sicherheit von 1896 bis fast zuletzt auch als „Riese“, als Artist, seinen Lebensunterhalt verdient hat.

 Paul Herold und Riese Leony
signiert in Krefeld am 24. April 1896

Paul Herold kam dadurch schon in jungen Jahren an Orte in ganz Deutschland, ins pommersche Stettin und nach Westfalen. Hier ließ er sich mit dem fast gleich großen Riesen Leony ablichten. Die Aufnahme widmete er 1896 seiner Familie. Später zog es ihn nach ganz Europa und Nordafrika. Viele Jahre hat Paul Herold an verschiedenen Orten in den USA gelebt und gearbeitet. Stationen waren 1921 Los Angeles, 1924 New York und 1927 Buffalo.

 Paul Herold und Zip the Pinhead
1921

Einem Millionenpublikum bekannt geworden sein dürfte er durch seine Auftritte im Zirkus Barnum. Zu seinen Kollegen gehörte Barnums Original Zipp, der auch „Zipp the Pinhead“ genannt wurde. Der Sohn afroamerikanischer Sklaven war wesentlich älter als Paul Herold. Seine Besonderheit war sein seltsam verformter Kopf, der im Gegensatz zum Körper klein war und ihn jünger aussehen ließ. Auf den Bildern ist erkennbar, dass Paul Herold seine Körperlänge durch geeignete Kopfbedeckungen optisch noch vergrößerte. Vielfach trat er auch mit einem Militärgewand kostümiert auf.

 Paul Herold und sein Boss

Paul Herold war mit einer Sängerin aus Wien verheiratet, die normal groß war. Offenbar hat Paul Herold durch alle Jahre seines bewegten Lebens Kontakte mit seinen Verwandten aufrecht erhalten. In einem Brief an seine Familie, den er zu Weihnachten 1927 schrieb, schildert er eindrücklich seine Erlebnisse in den USA. Selbst für ihn war es nicht leicht, in einem Land zu arbeiten, „wo sie einem erst recht nichts schenken“, aber wenn man sich einigermaßen gesund fühle, möge es noch gehen.

 Postkarte von Paul Herold aus Kalifornien
1. Dezember 1921

Seine Frau durfte vorerst nicht mit ihm in die USA ziehen, da sie zur österreichischen Quote gehörte und lange auf die Einwanderungserlaubnis warten musste. 1927 wartete er bereits vier Jahre auf sie, und stand kurz davor, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Doch es sollte anders kommen. Er blieb in den USA und starb 1939 in Chicago in einem Hospital.


Paul Herold

(* 1874 Leipzig; † 1939 Chicago) ist unter dem Beinamen "Riese" berühmt geworden und trat in amerikanischen Zirkussen auf.



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